Kurz gesagt. Taralli sind die herzhaften Ringe Apuliens: Mehl, trockener Weißwein, natives Olivenöl extra und Salz – mehr nicht. Entscheidend ist die Methode: Sie werden erst gekocht, dann gebacken. Rezept für 1 kg Mehl, rund 40 Minuten im Ofen.
In jedem apulischen Haushalt steht ein Glas mit Taralli, und jeder schwört auf eine leicht andere Würzung. Der Teig aber besteht immer aus denselben vier Zutaten – ohne Butter, ohne Ei.

Zutaten
- 1 kg Mehl (italienischer Type 00)
- 30 g Salz
- 300 ml trockener Weißwein
- 250 ml natives Olivenöl extra
Zubereitung
1. Der Teig. Mehl, Wein, Öl und Salz zu einem glatten, elastischen Teig verarbeiten. Mit einem Tuch abdecken und 20 Minuten an einem nicht zu kalten Ort ruhen lassen.
2. Formen. Kleine Teigstücke zu Röllchen von etwa 8–10 cm Länge und 1 cm Dicke rollen. Jedes zu einem Ring schließen, die Enden überlappen lassen und mit dem Finger andrücken.
3. Kochen. Einen großen Topf Wasser mit einem Esslöffel Salz zum Kochen bringen. Die Taralli zu zehnt hineingeben und mit einem Schaumlöffel herausnehmen, sobald sie an die Oberfläche steigen. Auf einem Tuch nebeneinander ein paar Minuten abtropfen lassen.
4. Backen. Ein Backblech einfetten und die Taralli darauf verteilen, ohne dass sie sich berühren. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C rund 40 Minuten backen, bis sie hellgolden sind.
Warum überhaupt kochen? Das kurze Kochen verkleistert die Stärke an der Oberfläche. Das gibt dem Tarallo seine dichte, glasige Kruste und das Knacken beim Zerbrechen – und genau dieser Schritt wird oft übersprungen, wenn sich jemand fragt, warum die eigenen wie Kekse geworden sind.
Würzungen
Wer würzen möchte, gibt beim Kneten eine dieser Zutaten in den Teig: Fenchelsamen, Sesam, Chili, Oregano oder getrocknete Zwiebelflocken. Etwa 5–6 g Gewürz reichen für 1 kg Teig.
Wie man sie isst. Mit einem Glas Wein vor dem Essen, oder über einen Salat gebröckelt. In einer verschlossenen Dose halten sie sich wochenlang – genau dafür wurde dieses Gebäck erfunden: um Mehl zu verwerten und lange haltbar zu sein.
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