Der Ponte del Ciolo ist eine Straßenbrücke bei Gagliano del Capo, kurz nördlich von Santa Maria di Leuca: Sie überspannt in rund 30 Metern Höhe eine enge, tiefe Felsbucht der Adria. Über etwa hundert Stufen erreichen Sie einen winzigen Strand, das Wasser ist sofort tief und sehr klar – ein Ziel für Schnorchler und Taucher, nur für sichere Schwimmer. Springen von der Brücke ist verboten.

Der Ponte del Ciolo: der natürliche Fjord des Salento

Der Ponte del Ciolo ist ein Ort, der beeindruckt: eine atemberaubende Landschaft in Apulien mit weitem Blick über die Adria. Hier erfahren Sie, wo die Brücke liegt, warum ein Bad an dieser Stelle ein besonderes Erlebnis ist und was den Ort so besonders macht.

Der Ponte del Ciolo: Bogenbrücke über eine schmale Felsbucht mit türkisfarbenem Wasser bei Gagliano del Capo

Wo der Ponte del Ciolo liegt

Der Ponte del Ciolo liegt bei Gagliano del Capo, ein kleines Stück nördlich von Santa Maria di Leuca, der Südspitze des Salento. Wenn Sie von Leuca aus der Küstenstraße in Richtung Otranto folgen, sind Sie in einer Viertelstunde Fahrt dort. Die Brücke steht über einem Küstenabschnitt der Adria mit mächtigen Steilklippen und tiefem, kristallklarem Meer.

Besonders beliebt ist die Gegend bei allen, die Wassersport treiben. Wenn Sie gern schnorcheln, mit Flasche tauchen oder Apnoetauchen (Tauchen mit angehaltenem Atem) betreiben, ist der Ponte del Ciolo genau richtig für Sie. Hier hat die Natur das Sagen, die Farben sind kräftig und echt, und Gedränge oder Trubel erleben Sie nur selten. Eines ist allerdings Pflicht: Sie müssen sicher schwimmen können, denn das Wasser ist tief.

Der Ponte del Ciolo und die Grotta del Ciolo

Der Ponte del Ciolo wurde in den 1960er-Jahren gebaut, um die beiden Ufer eines der schönsten natürlichen Fjorde des Salento zu verbinden. Die Brücke ist etwa 30 Meter hoch und 60 Meter lang und überspannt eine tiefe Bucht zwischen zwei senkrecht ins Meer abfallenden Felswänden. Manche springen von hier spektakulär ins Blau – doch das ist verboten und gefährlich: rund 30 Meter Fallhöhe, darunter ein Meer von 20 bis 30 Metern Tiefe.

Unter der Brücke liegt die Grotta del Ciolo, eine Höhle, die das Meer im Lauf der Zeit aus dem Fels gewaschen hat. Sie ist nicht die einzige in der Gegend: Bei einer geführten Bootstour entlang der Küste des Salento entdecken Sie weitere wunderschöne Höhlen, in denen Sie baden können.

Der „Fjord“ des Ciolo: eine Felsbucht im Kalkstein. Die Bucht, über die der Ponte del Ciolo führt, ist keine gewöhnliche Badebucht. Das Meer hat den Kalkstein hier zu einem schmalen, tiefen Kanal mit senkrechten Wänden ausgewaschen, der an einen skandinavischen Fjord im Kleinformat erinnert. Deshalb ist das Wasser unter der Brücke so tief, und deshalb lieben Taucher diesen Ort: Der Grund ist felsig, und die steilen Wände schaffen eine eindrucksvolle Unterwasserlandschaft.

Aktivitäten und Sport am Ponte del Ciolo

Neben dem Baden bietet der Ponte del Ciolo viele Möglichkeiten für Sport. Wer gern taucht, schnorchelt oder Apnoe betreibt, findet hier ein kleines Paradies. Außerdem können Sie Kanu fahren, auf den Klippen rund um die Bucht wandern, klettern und ausgedehnte Touren zu Fuß unternehmen. Und wer gern Vögel beobachtet, kommt ebenfalls auf seine Kosten: In der Gegend leben Elstern und andere Vogelarten.

Praktische Hinweise: Parken und Wind

Am Ponte del Ciolo gibt es südlich der Brücke einen kleinen Parkplatz mit einigen Stellplätzen und einer Bar, dort beginnt auch die Treppe hinunter zum kleinen Strand. Alternativ parken Sie in Gagliano del Capo und gehen zu Fuß weiter – eine schöne Strecke, wenn Sie gern wandern.

Das Meer unter dem Ponte del Ciolo ist meist ruhig, weil die Felsen es schützen. Es gibt aber Tage, an denen vom Baden abzuraten ist, vor allem wenn der Scirocco weht, der warme Südostwind, der das Meer aufwühlt. Ideal ist der Ponente, der Westwind; die Tramontana aus Norden oder Wind aus Nordost kann dagegen etwas lästig sein.

Zum Meer hinunter: die Treppe und der kleine Strand

Auch ohne Sprung können Sie im Meer unter dem Ciolo baden. Nehmen Sie einfach die Treppe auf der Südseite der Brücke – gut hundert Stufen – bis hinunter auf Meereshöhe. Dort finden Sie einen schmalen Sandstreifen, einen winzigen Strand, von dem aus Sie ins Wasser gehen. Vorsicht: Das Ufer fällt überhaupt nicht flach ab, nach wenigen Metern ist das Wasser schon ziemlich tief. Daneben gibt es eine kleine Betonplattform, auf der die Fischer des Ortes ihre Boote ablegen.

Die hundert Stufen zum Ciolo: Sie lohnen sich. Die Treppe von der Straße bis hinunter zum Meer zählt etwa hundert Stufen, der Abstieg dauert rund 10 bis 15 Minuten – kein Spaziergang, aber für jeden mit normaler Kondition machbar. Mit jeder Stufe wird es stiller: Der Lärm der Straße verschwindet, das Rauschen des Meeres übernimmt. Unten erwarten Sie der kleine Strand mit direktem Zugang zum Wasser, der kleine Anleger der Fischer und die Grotta del Ciolo, die Sie schwimmend erreichen. Tragen Sie Schuhe mit fester Sohle, für die Stufen ebenso wie für den Einstieg ins Wasser über felsigen Grund. Der Aufstieg mit nasser Haut ist kühler, kostet aber genauso viel Kraft wie der Weg hinunter.

Die Grotta del Ciolo und die Höhlen der Umgebung

Auch unter der Brücke selbst liegt eine Höhle, die das Meer über lange Zeit ausgewaschen hat. Sie ist natürlich nicht die einzige. Wenn Sie an der Küste entlangschwimmen oder an einer geführten Bootstour teilnehmen, entdecken Sie weitere wunderschöne Höhlen zum Baden. Das Wasser dort ist frisch und kristallklar – wer solche Orte liebt, sollte sie unbedingt gesehen haben.

  • Grotta Grande: bei den Einheimischen auch Grotta dei Passeri (Spatzenhöhle), degli Spiriti (Geisterhöhle) oder Grotta del Laghetto genannt, „Höhle des kleinen Sees“. Der letzte Name kommt von einer Süßwasserquelle im Inneren, angenehm kühl, die die Höhle in einen kleinen See verwandelt – ein Bad hier sollten Sie sich nicht entgehen lassen.
  • Grotta delle Prazziche: Hier haben Archäologen und Höhlenforscher mehrere Funde aus der Vorgeschichte gemacht.
  • Grotta Piccola: trotz ihres Namens („kleine Höhle“) außergewöhnlich tief, etwa 100 Meter. Vor einigen Jahren wurde hier eine Mönchsrobbe gesichtet.

Die Mönchsrobbe in der Grotta Piccola: ein Zeichen für gesundes Meer. Die Sichtung einer Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus) in der Grotta Piccola ist kein beiläufiges Detail: Sie gehört zu den seltensten Meeressäugern überhaupt. Typisch für sie sind Küstenhöhlen mit Zugang unter Wasser, in denen sie fern von Menschen ruht. Heute sind Sichtungen äußerst selten. Wer hier schwimmt, tut einem stark bedrohten Tier einen Gefallen, wenn er es leise und rücksichtsvoll tut.

Der Ponte del Ciolo ist ein verborgenes Juwel des Salento, ein Ort, an dem Naturschönheit und starke Eindrücke zusammenkommen. Ob Sie Abenteuer unter Wasser suchen, Wanderungen mit Ausblick oder einfach einen ruhigen Platz zum Entspannen: Den Ponte del Ciolo sollten Sie nicht verpassen.