Der Vummile ist ein Krug aus Terrakotta mit zwei Henkeln, in dem die Bauern Apuliens früher Wasser, Wein und Öl aufbewahrten; die sehr großen Ausführungen heißen Capasa. Hier lesen Sie, wo er entsteht – in Grottaglie, Cutrofiano und Laterza –, welche Terrakotta-Gefäße noch zur apulischen Küche gehören und warum der Vummile heute als Dekorationsstück wiederentdeckt wird.

Was ist ein Vummile?

Der apulische Vummile ist viel mehr als ein einfaches Gefäß aus Terrakotta: Er ist ein echtes Symbol des apulischen Kunsthandwerks und der bäuerlichen Tradition Süditaliens. Man kennt ihn auch als Pummile oder Pummaruola, und in seinen viel größeren Ausführungen als Capasa. In ihm bewahrte man Wasser, Wein, Öl und andere Lebensmittel auf. Von Töpfermeistern von Hand gefertigt, ist er ein Paradebeispiel für apulische Terrakotta: nützlich und schön zugleich.

Zwei große, braungelb glasierte Terrakottagefäße aus Apulien, eines mit einem Korkstopfen im Ablaufloch

Apulisches Kunsthandwerk: eine jahrtausendealte Tradition

Das Kunsthandwerk Apuliens ist bekannt für seine natürlichen Materialien: den hellen Kalkstein aus Lecce, die Pietra leccese, das Schmiedeeisen und vor allem Keramik und Terrakotta. Die wichtigsten Orte, an denen seit jeher handgemachte apulische Keramik entsteht, sind:

  • Grottaglie: die Heimat der Künstlerkeramik
  • Cutrofiano im Salento: bekannt für Küchengeschirr aus Terrakotta
  • Laterza: berühmt für bemalte Majolika

In diesen Orten entsteht der Vummile, die Capasa: im Holzofen gebrannt und mit natürlichen Pigmenten glasiert. Früher gab es die Materialien von heute nicht, und so war es ganz normal, Gefäße in allen Größen aus Terrakotta herzustellen. Der Vummile ist im Grunde ein Krug oder eine Amphore mit zwei praktischen Henkeln, handlich und schön anzusehen. Das Olivenöl wurde zu Beginn des Winters in großen Mengen gepresst und musste dann das ganze Jahr über aufbewahrt werden; beim Wein war es ebenso. Genau dafür waren diese Gefäße gemacht.

Geschirr aus Terrakotta: nicht nur schön

Gefäße aus Terrakotta sind nicht nur Dekoration, sie sind auch sehr nützlich: Terrakotta hält die Temperatur und bewahrt Flüssigkeiten und Lebensmittel gut auf. Einige typische Stücke:

  • die Pignata: der bauchige Topf, in dem man Hülsenfrüchte gart
  • der Tianu: eine Form für den Backofen
  • Krüge und Ölgefäße für Wein und Öl

Diese Gegenstände werden bis heute wegen ihrer Umweltverträglichkeit und wegen der Qualität des Garens geschätzt. In den letzten Jahren erlebt Kochgeschirr aus Terrakotta sogar eine regelrechte Wiederentdeckung. In Pignate und Schmortöpfen gelingen besonders gute und aromatische Gerichte: Sie sind ein natürliches Material, bewahren den Geschmack der Speisen und halten sehr lange. Kurz gesagt: Töpfe, die nicht aus der Mode kommen. Auch Teller aus Terrakotta bleiben lange schön und widerstandsfähig, und ihr Aussehen steht über jeder Mode. Nicht zufällig wählen viele frisch verheiratete Paare ein Service aus Terrakotta und Pignate statt moderner Materialien, die oft teurer, zerbrechlicher und weniger langlebig sind – und an denen man sich schneller sattsieht.

Der Vummile heute: Kunstobjekt und Design. Der apulische Vummile erlebt eine neue Phase: Er ist zu einem gesuchten Stück für nachhaltiges Design und mediterrane Einrichtung geworden. Moderne Neuinterpretationen arbeiten mit zeitgenössischen farbigen Glasuren und künstlerischen Ritzungen. Vor allem aber steht der Vummile, oder die Capasa, heute oft drinnen oder draußen als Dekorationsstück, das jedem Raum einen Hauch von früher gibt.

Wer sich für die Keramik Apuliens interessiert, findet mehr in unserem Überblick über die apulische Keramik und über den Pumo, die apulische Glücksknospe aus Keramik.

Wo man einen echten Vummile findet

Wer einen echten Vummile kaufen möchte, besucht am besten die Werkstätten der Kunsthandwerker in Apulien, in Orten wie Grottaglie und Cutrofiano. Viele Handwerker verkaufen auch online, mit Echtheitszertifikat. Der apulische Vummile zeigt, wie Tradition und Nutzen in einem zeitlosen Gegenstand zusammenfinden. Wer ihn wählt, unterstützt das lokale Handwerk und holt sich ein Stück echter Mittelmeerkultur ins Haus.

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