Kurz gesagt. Einmachen ist in Apulien kein Hobby, sondern das, was ein Haushalt im Sommer tat, um im Februar zu essen: Konfitüren, Gemüse in Öl, Oliven in Salz, Trauben in Alkohol. Hier stehen die Regeln, die ein Glas sicher machen, und alle Rezepte.

Alles auf dieser Seite beruht auf einem von vier Prinzipien – Zucker, Öl, Salz oder Alkohol. Keines braucht besondere Geräte, und alle wurden lange vor dem Kühlschrank erfunden.

Hausgemachte Konfitüre aus Apulien im Glas

Die vier Prinzipien

  • Zucker – die Konfitüren. Das Obst zieht zwölf Stunden unter Zucker, bevor es auf den Herd kommt: Das zieht Wasser heraus und verkürzt das Kochen.
  • Öl – Gemüse, in Essigwasser blanchiert, gründlich getrocknet und dann vollständig mit Öl bedeckt.
  • Salz – die Oliven, schichtweise in grobem Salz, zehn Tage lang, die Flüssigkeit wird täglich abgegossen.
  • Alkohol – die Trauben in Alkohol, und dasselbe Prinzip steckt hinter jedem hausgemachten Likör der Region.

Warum Olivenöl allein nicht reicht

Natives Olivenöl extra ist ein guter Verbündeter beim Einmachen, aber allein schützt es nicht vor einer Lebensmittelvergiftung. Erstens: Bleibt auch nur eine Luftblase im Öl, können sich Bakterien trotzdem vermehren. Zweitens: Öl schützt nicht vor anaeroben Bakterien, die ohne Luft überleben. Drittens: Jede Konserve braucht ein saures Element – Weißweinessig – oder Salz, oder eine Pasteurisierung, um stabil zu sein.

Die typischen Fehler passieren auch, wenn man die Regeln kennt. Basilikum- oder Lorbeerblätter gehören nur ins Glas, wenn sie vorher in Wasser und Essig gekocht oder getrocknet wurden. Wer eine pasteurisierte Konserve mit Öl nachfüllt, muss sie erneut pasteurisieren. Und wer sich nicht sicher ist, kauft besser fertige Produkte, als mit der Gesundheit zu spielen.

Ein ernstes Wort zur Sicherheit. Hausgemachte Konserven in Öl sind die Zubereitung, die in Italien am häufigsten mit Botulismus in Verbindung gebracht wird, und das Risiko ist nicht theoretisch. Was zählt: richtig ansäuern, das Gemüse vollständig trocknen, bevor es ins Glas kommt, alles unter dem Öl halten, ohne dass etwas herausragt, und saubere Gläser verwenden. Riecht ein Glas seltsam, ist der Deckel gewölbt oder das Öl trüb geworden, wird es weggeworfen, ohne zu probieren. Die Rezepte hier sind so überliefert, wie man sie uns erzählt hat – die Verantwortung für die Sicherheit liegt bei Ihnen, und die italienischen Gesundheitsbehörden veröffentlichen klare Hinweise, die man vor dem ersten Einmachen lesen sollte.

Gläser und Obst

Nehmen Sie kleine Gläser zu 250 g: Einmal geöffnet, sind sie schnell leer, bevor sich der Inhalt verändern kann. Alte Gläser eignen sich, wenn die Deckel weder rostig noch verbeult sind. Gläser und Deckel werden einige Minuten ausgekocht und kopfüber auf einem Tuch getrocknet. Beim Abfüllen muss alles vollkommen trocken sein.

Das Obst soll genau reif sein, weder zu grün noch zu weich, und gesund. Konfitüren werden kochend heiß in vorgewärmte Gläser gefüllt und sofort luftdicht verschlossen: die sogenannte Selbststerilisation.

Die Probe ohne Thermometer. Etwas Konfitüre auf einen kalten Teller geben und ihn neigen: Läuft sie langsam statt frei, ist sie fertig. Alle Konfitürenrezepte hier verwenden diese Probe.

Früher war all das keine Wahl, sondern ein Termin: an einem einzigen Tag, mit der ganzen Familie im Hof. Wie das war, erzählen wir in Der Tag der Tomatensauce.

Die Rezepte

Artischocken in Öl

Artischocken in Öl

Artischockenherzen in Wasser und Essig blanchiert, gründlich getrocknet und mit Knoblauch und Petersilie in Öl eingelegt – mit den Sicherheitsregeln, die man nicht überspringen darf.
Eingelegte Oliven

Eingelegte Oliven

Reife schwarze Oliven, schichtweise in grobem Salz, zehn Tage lang: die einfachste apulische Art, Oliven haltbar zu machen, ohne Lake.
Feigenmarmelade

Feigenmarmelade

Feigen mit Schale, zwölf Stunden unter Zucker, dann eingekocht: die apulische Feigenkonfitüre mit 400 g Zucker pro Kilo und etwas Zitronenschale.
Kirschmarmelade

Kirschmarmelade

Drei Kilo Kirschen, anderthalb Kilo Zucker und ein Stück Zimt: die apulische Kirschkonfitüre, heiß abgefüllt für den Winter.
Olio santo: scharfes Öl

Olio santo: scharfes Öl

Zwei oder drei getrocknete Chilischoten in einer kleinen Flasche mit gutem Olivenöl: das olio santo, das in Apulien auf Pizza, Pasta und Hülsenfrüchte kommt.
Pfirsichmarmelade

Pfirsichmarmelade

Geschälte Pfirsiche, zwölf Stunden unter Zucker, dann eingekocht bis zur Tellerprobe: die apulische Pfirsichkonfitüre mit 600 g Zucker pro Kilo.
Trauben in Alkohol

Trauben in Alkohol

Ganze Traubenbeeren mit einem Stück Stiel, in Gläsern mit einem Liter Alkohol und 150 g Zucker: eine apulische Konserve aus der Woche der Weinlese.
Traubenmarmelade

Traubenmarmelade

Nur Trauben und Zucker, 400 g pro Kilo geputzter Frucht: die apulische Traubenkonfitüre, mühsam wegen der Kerne und genau deshalb gut.

Die ganze Sammlung: Apulische Rezepte.