An der Termitosa bei Castellaneta Marina, an der Ionischen Küste Apuliens, ist ein 150 Meter langer Abschnitt des Strandes offiziell für FKK ausgewiesen. Die Gemeinde Castellaneta hat die Regelung nach einer Versuchsphase ab 2024 für die Badesaison 2026 bestätigt. Nackt gebadet wird dort seit Jahrzehnten, jetzt gibt es klare Regeln: freier Zugang, kein Fotografieren ohne Einverständnis, keine Drohnen, kein Zelten, kein Feuer. Was Sie vor dem Besuch wissen sollten.

In Apulien gibt es einen Strand, den es schon immer gibt, der aber bis vor Kurzem in keiner Verordnung der Gemeinde einen offiziellen Namen hatte. Er heißt Termitosa, liegt bei Castellaneta Marina und war jahrelang einer jener Orte, die nur kennt, wer weiß, wo er sie findet: nur zu Fuß über unbefestigte Wege oder vom Meer aus erreichbar, von Pinienwäldern umgeben, mit feinem Sand und kristallklarem Wasser. Ein Stück Küste, das der Massentourismus nie erobert hat, weil man nicht mit dem Auto hinkommt.

Die Küste von Castellaneta Marina aus der Luft: Sandstrand, Pinienwald und türkisfarbenes Ionisches Meer

Inzwischen ist die Termitosa auch ein offiziell geregelter FKK-Strand. In Italien spricht man von Naturismo, Naturismus, gemeint ist dasselbe wie die deutsche Freikörperkultur. Der Bürgermeister von Castellaneta hat die Verordnung unterzeichnet, die den Abschnitt für die Badesaison 2026 als FKK-Bereich bestätigt, nach der Versuchsphase, die 2024 begonnen hatte. Sie legt genau fest, wie man sich dort aufhält, was erlaubt ist und was nicht.

Der Strand der Termitosa: Lage und Charakter

Die Termitosa liegt in der Gemeinde Castellaneta in der Provinz Taranto, an der Ionischen Küste Apuliens. Der Strand hat sehr feinen, goldenen Sand, ringsum Pinienwald, der ihn ruhig und erholsam macht, klares Wasser und flachen Grund – auch für Menschen geeignet, die keine geübten Schwimmer sind. Vom Strand aus sehen Sie herrliche Sonnenuntergänge, und die geschützte Lage macht ihn besonders in den Abendstunden angenehm.

Der Weg dorthin ist nicht ganz einfach: Folgen Sie in Castellaneta Marina den Schildern Richtung Termitosa. Die letzten 600 Meter bis zum Parkplatz führen über eine Schotterpiste, danach geht es auf kurzen Holzstegen durch die Dünen. Gerade dieser etwas mühsame Zugang hat den Strand lange abgeschieden gehalten: Hierher kommt, wer ihn bewusst sucht, nicht der große Strom der Badegäste.

Bekannt ist die Gegend auch als Spiaggia Bosco della Marina oder als Strand am Bahnhof von Castellaneta Marina. Der Bürgermeister hat den staatlichen Küstenabschnitt „angesichts einer langen Tradition“ der Nutzung ausgewählt; der Strand ist auch in der nationalen und internationalen FKK-Szene bekannt. Es handelt sich also nicht um eine Provokation, sondern um die formale Anerkennung einer Gewohnheit, die vor Ort längst gelebt wird.

  • 150 m: Länge des offiziellen FKK-Bereichs am Strand der Termitosa
  • 600 m: Schotterpiste bis zum Parkplatz, danach zu Fuß durch Dünen und Pinienwald
  • 2024: Jahr der ersten Verordnung zur Probe, für 2026 bestätigt
  • FENAIT: Der Italienische Naturistenverband führt die Termitosa unter den offiziell anerkannten FKK-Stränden

Die Verordnung: was sie sagt und wie sie funktioniert

Der FKK-Bereich umfasst 150 Meter freien Strand, also ohne kommerzielles Strandbad, abgegrenzt von den übrigen Badezonen der Küste. Der Zugang ist frei – Sie brauchen weder eine Anmeldung noch einen Mitgliedsausweis –, wer den Bereich nutzt, muss sich aber an eine Reihe von Verhaltensregeln halten.

Erlaubt: den FKK-Bereich frei zu betreten und nackt zu baden, unter Beachtung der Regeln des Zusammenlebens und eines ethisch und sozial korrekten Verhaltens.

Verboten: andere Badegäste zu belästigen, sexuelle Handlungen oder exhibitionistisches Verhalten mit sexuellem Hintergrund, andere ohne ihr Einverständnis zu fotografieren oder zu filmen, auch mit Drohnen. Die Verordnung verbietet außerdem jede Form von Voyeurismus, das Zelten und das Entzünden von Feuer, und Boote dürfen nicht am Strand liegen bleiben.

Es sind die Regeln, die man von jedem seriösen FKK-Bereich erwartet: Nacktheit als persönliche und respektvolle Entscheidung, nicht als Vorwand. Die Verordnung zitiert ausdrücklich die Definition des Naturismus als „spontane, erzieherische und soziale Bewegung, verstanden als vollständige Nacktheit unter einverstandenen Personen, auch verschiedenen Geschlechts“.

Die Debatte: Für und Wider

Wie zu erwarten, blieb die Verordnung nicht unbemerkt. In den sozialen Netzwerken beschwerten sich einige Bürger, es sei unpassend, dass Nackte sich an einem Strandabschnitt aufhalten, an dem sonst Familien baden. Die ausführlichste Kritik kam aus der Lokalpolitik: Ein Regionalrat der Partei Fratelli d’Italia argumentierte, der FKK-Strand der Termitosa sei keineswegs von den übrigen Stränden der Gemeinde abgetrennt, sondern liege zwischen zwei freien Strandabschnitten und sei bei einem Spaziergang am Wasser entlang einfach erreichbar.

Auf der anderen Seite betonen diejenigen, die seit Jahren an die Termitosa kommen, dass das Nacktbaden hier eine jahrzehntelange Tradition hat: Die Verordnung hat keinen FKK-Strand „geschaffen“, sondern etwas, das es schon gab, rechtlich geregelt. In diesem Sinn schützt die Regelung alle: Sie legt die Grenzen des Bereichs klar fest, bestimmt die Verhaltensregeln und gibt den Nutzern eine rechtliche Grundlage, die es vorher nicht gab.

Die Gemeinde folgt damit einer Entwicklung, die in Italien zunimmt. Der Bürgermeister erklärte, er habe gehandelt, um „den Naturismus-Tourismus in einem Gebiet zu regeln und zu fördern, das schon seit Langem so genutzt wird“. Kein ideologischer Akt also, sondern eine pragmatische Verwaltungsentscheidung.

FKK in Apulien: ein wachsendes Phänomen

Die Termitosa ist nicht der einzige Strand Apuliens, an dem nackt gebadet wird – sie ist nur der, der jetzt eine offizielle Regelung hat. Die apulische Küste mit ihren abgelegenen Abschnitten, die nur zu Fuß oder vom Meer aus erreichbar sind, bietet seit jeher Naturräume, in denen Menschen nackt baden, mit Respekt vor der Umwelt.

In ganz Italien wächst der Naturismus, begünstigt durch einen allmählichen kulturellen Wandel und das zunehmende Interesse an langsamem, nachhaltigem Reisen in direktem Kontakt mit der Natur. Dass Apulien sich, wenn auch schrittweise, in diese Richtung bewegt, kommt einer Nachfrage entgegen, die es auch international gibt.

  • Anreise: von Castellaneta Marina den Schildern Richtung Termitosa folgen, die letzten 600 m auf Schotter, dann zu Fuß durch die Dünen
  • Zugang: frei, ohne Ausweis oder Anmeldung, unter Beachtung der Verordnung
  • Zeitraum: die Badesaison; ob die Regelung im jeweiligen Jahr gilt und ab wann, erfahren Sie auf der Website der Gemeinde Castellaneta
  • Grundregeln: keine Fotos ohne Einverständnis, keine Drohnen, keine sexuellen Handlungen, kein Zelten, kein Feuer, gegenseitiger Respekt
  • Kontakt: offizielle Website der Gemeinde Castellaneta, www.comune.castellaneta.ta.it

Ob man die Entscheidung teilt oder nicht: Die Termitosa gehört zu den schönsten Stränden Apuliens, mit feinem Sand, Pinienwald, sauberem Meer und ohne Strandbad. Dass sie jetzt geregelt ist, macht sie für alle, die sie besuchen möchten, mit oder ohne Badesachen, einfach zugänglicher und klarer.

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Die FKK-Verordnung der Gemeinde Castellaneta wurde für die Saison 2024 versuchsweise erlassen und für 2026 bestätigt. Den vollständigen Text und die jeweils aktuellen Bestimmungen finden Sie auf der offiziellen Website der Gemeinde: www.comune.castellaneta.ta.it. Die Termitosa ist auch beim FENAIT (Federazione Naturista Italiana, Italienischer Naturistenverband) unter den offiziell anerkannten FKK-Stränden Italiens verzeichnet.